Der HIV-Test

Was ist wichtig zu wissen?

Hätte ich mich wirklich darauf einlassen sollen? Diese Frage haben sich schon viele Männer und Frauen gestellt nach einer Situation, in der es ein Risiko für Ansteckung mit HIV gab. Die Ungewissheit belastet, sie macht unsicher und besorgt.

Sicherheit bringt nur ein HIV-Test. Und wie auch immer sein Ergebnis ausfällt, ob positiv oder negativ: Das Leben geht weiter, und es kann gut weitergehen. Das Testergebnis kann Erinnerung sein, in riskanten Situationen mehr auf den Schutz vor einer Infektion achtgeben zu müssen, oder aber es gibt die Gewissheit, jetzt alles tun zu können, um einer bestätigten HIVInfektion entgegen zu treten. In jedem Fall gilt also: Ein HIV-Test ist MIT SICHERHEIT BESSER als abzuwarten und die Gefahr nicht sehen zu wollen.

Warum testen?

Eine HIVInfektion kann heute sehr gut behandelt werden. Voraussetzung ist natürlich der Nachweis der Infektion – und der kann nur durch einen HIV-Test erbracht werden. Er ist der entscheidende Schritt, um auf einen guten Verlauf der Infektion hinzuarbeiten und auch, um mit dem Wissen um die Infektion den Partner, die Partnerin vor einer Ansteckung zu schützen.

Wann testen?

Moderne Testverfahren zur Feststellung einer HIVInfektion stützen sich auf den Nachweis von Antikörpern gegen das Virus und von Bestandteilen des Virus selbst. Ein sicheres Ergebnis ist in der Regel ab sechs Wochen möglich.

Sind also sechs oder mehr Wochen seit dem letzten Infektionsrisiko vergangen, kann eine HIV-Ansteckung bei einem „negativen“ Testergebnis sicher ausgeschlossen werden. Liegt ein Ansteckungsrisiko weniger als 6 Wochen zurück, hat das negative Testergebnis noch nicht die maximale Sicherheit. In diesem Fall sollte der Test unbedingt nach vollständigem Ablauf dieser Zeit wiederholt werden.

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Ein „positives“ Testergebnis bedeutet, dass eine Immunreaktion auf HIV nachweisbar ist, also eine Infektion mit dem Virus erfolgt ist. Diese Immunreaktion erfolgt bei allen Betroffenen innerhalb von 6 Wochen nach der Infektion, daher kann ab diesem Zeitpunkt bei allen HIV-Infizierten die Infektion festgestellt werden. Zur Sicherheit muss dieses Testergebnis immer durch die Untersuchung einer zweiten Blutprobe bestätigt werden.

Viele HIV-Infizierte entwickeln eine Immunreaktion aber auch schon deutlich früher. Über geeignete Testverfahren kann heute eine Infektion bereits ab zwei Wochen nach der Infektion sicher festgestellt werden. Diese „Frühtestung“ wird normalerweise nur von HIV– Spezialisten und spezialisierten Testeinrichtungen angeboten.

EIN HIV-TEST IST ALLEN ZU EMPFEHLEN, DIE EINE HIVINFEKTION NICHT SICHER AUSSCHLIESSEN KÖNNEN! WENN SIE EIN RISIKO HATTEN, NUTZEN SIE UNBEDINGT EINES DER BERATUNGSANGEBOTE!

Testberatung

Jeder HIV-Test sollte mit einer fachkundigen Beratung in vertrauensvoller Atmosphäre verbunden sein. Nur dann ist es möglich zu klären,

  • ob tatsächlich ein Infektionsrisiko bestand und wie lange dieses zurückliegt,
  • welches Testverfahren in Frage kommt,
  • welche Bedeutung ein positives beziehungsweise ein negatives Testergebnis hat und
  • welche Konsequenzen dies hätte.

Die Beratung und die Durchführung des HIV-Tests sind bei allen Gesundheitsämtern in Bayern und bei denjenigen Aids-Hilfen und Aids-Beratungsstellen, die HIV-Tests anbieten, vertraulich und anonym. Sie brauchen keinerlei Angaben zu Ihrer Person zu machen. Selbstverständlich können Sie sich auch bei einem Arzt, einer Ärztin Ihres Vertrauens beraten und auf HIV testen lassen.

Wie wird ein HIV-Test durchgeführt?

Ein HIV-Test kann nur mit Ihrer Einwilligung erfolgen.
Alle Gesundheitsämter in Bayern beraten und testen kostenlos und anonym. Weder der Berater noch das Labor erfährt den Namen des Untersuchten. Über eine Nummer oder ein Codewort, das Ihrer Blutprobe zugeordnet wird, erfahren Sie nach etwa einer Woche in einem persönlichen Gespräch das Ergebnis.

Bei einem niedergelassenen Arzt können Sie einen HIV-Test gegen Bezahlung oder, wenn er zur Abklärung von Krankheitszeichen nötig ist, auf Kosten Ihrer Krankenkasse durchführen lassen. Der HIV-Test im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge ist kostenlos.

Das Ergebnis erfahren

Die Mitteilung eines positiven Testergebnisses wird von den meisten Menschen als große seelische Belastung erlebt. Vor allem in den ersten Wochen und Monaten danach sollte daher die Unterstützung von einem erfahrenen Arzt, einer erfahrenen Ärztin oder den Fachkräften der Aids-Beratungsstellen und Aids-Hilfen in Anspruch genommen werden. Selbstverständlich unterliegen sie alle ebenso wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweigepflicht.
Ein positives Testergebnis wird dem Robert-Koch-Institut in Berlin zu statistischen Zwecken anonym vom untersuchenden Labor gemeldet.

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Der HIV-Schnelltest

Die Testprojekte der AIDS-Hilfen und einiger AIDS-Beratungsstellen, beraten und testen ebenfalls anonym, aber gegen Bezahlung. Diese Projekte bieten auch den sogenannten HIV-Schnelltest an, der nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Mit einem Blutstropfen aus der Fingerkuppe lässt sich der Test einfach durchführen, das Ergebnis erhält man je nach Verfahren in bis zu 30 Minuten.

Während ein Labortest schon nach sechs Wochen ein sicheres Ergebnis bietet, ist ein HIV– Schnelltest erst dann sicher negativ, wenn das Infektionsrisiko mindestens 12 Wochen zurückliegt. Zeigt sich im Schnelltest eine Reaktion, bedeutet dies aber noch nicht zwingend, dass eine HIVInfektion vorliegt. In diesem Fall muss Blut abgenommen werden, damit im Labor ein Bestätigungstest durchgeführt werden kann. Erst wenn sich auch im Labor ein positives Testergebnis zeigt, muss von einer HIVInfektion ausgegangen werden.

Zur Sicherheit muss dieses Testergebnis immer durch die Untersuchung einer zweiten Blutprobe bestätigt werden.

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