STI: Sexuell übertragbare Infektionen

Neben der HIVInfektion gibt es weitere Erkrankungen, die durch Sexualkontakte übertragen werden. Sie werden unter dem englischen Begriff Sexually Transmitted Infections (sexuell übertragbare Infektionen), kurz STI, zusammengefasst. Einige von ihnen verursachen typische Beschwerden, andere verlaufen eine Zeit lang ohne Krankheitszeichen, in vielen Fällen jedoch sind Spätschäden möglich. Die gute Nachricht: Die meisten sexuell übertragbaren Infektionen sind in der Regel leicht zu erkennen und gut zu behandeln!

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Folgende Beschwerden können Anzeichen einer sexuell übertragenen Infektion sein:

  • Ausfluss aus Scheide, Penis oder After
  • Hautveränderungen an Penis, Scheide oder After (Rötungen, Knoten, Pickel, Warzen oder Geschwüre)
  • anhaltender Juckreiz im Genital- und/oder Analbereich
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterbauch und beim Geschlechtsverkehr

Angesteckt?

Wer Symptome einer sexuell übertragbaren Erkrankung an sich bemerkt oder besorgt ist, sich angesteckt zu haben, sollte unbedingt einen Arzt, eine Ärztin aufsuchen. Auch wenn es nicht jedem leicht fällt, über Beschwerden im Genital- und Analbereich zu sprechen: Medizinische Hilfe ist unverzichtbar, damit sich aus einer akuten Infektion nicht eine lange Krankheitsgeschichte mit möglicherweise schweren Folgen entwickelt.

Wird eine sexuell übertragbare Erkrankung festgestellt, ist in der Regel die Behandlung beider Partner ratsam, um zu verhindern, dass sie sich immer wieder gegenseitig anstecken („Pingpong-Effekt“). Eine rasche Behandlung ist auch deswegen wichtig, weil eine Entzündung im Genital- und Analbereich das Ansteckungsrisiko mit HIV erhöht: Über die geschädigte Schleimhaut können die Viren besonders leicht in den Körper eindringen.

Schutz

Sexuell übertragbaren Infektionen vorbeugen

Die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr schützt vor einer HIVInfektion senkt das Risiko, sich mit einer anderen sexuell übertragbare Erkrankung anzustecken, ganz erheblich!
Gegen Hepatitis A und B sowie gegen HPV gibt es zudem wirksame Impfungen.

Früherkennung

Junge Frauen bis zum 25. Lebensjahr können sich bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt einmal im Jahr kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen. Die Kosten für diese Urinuntersuchung trägt die Gesetzliche Krankenversicherung.

Ab dem Alter von 20 Jahren haben Frauen einmal im Jahr Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs. Diese Erkrankung, die durch einige Typen der Humanen Papilloma-Viren (HPV) ausgelöst wird, kann mit Hilfe eines sogenannten PAP-Abstrichs sehr früh nachgewiesen werden. Auch hier tragen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Häufige sexuell übertragene Infektionen,
ihre Anzeichen und Beschwerden

Chlamydien

Häufig keine oder nur leichte Beschwerden. Möglich sind Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen, bei Frauen Unterleibsschmerzen oder Zwischenblutungen. Unterleibsentzündungen können bei Männern und Frauen zur Unfruchtbarkeit führen.

Gonorrhoe („Tripper“)

Eitriger Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen. Bei Frauen häufig ohne Beschwerden, gelegentlich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Zwischenblutungen. Schwere Entzündungen im Unterleib können bei Männern und Frauen zur Unfruchtbarkeit führen.

Syphilis („Lues“)

Etwa drei Wochen nach der Infektion schmerzlose Geschwüre an Scheide, Penis, After oder im Mund, die wieder verschwinden. Nach etwa zwei Monaten Fieber und Hautausschläge; im Spätstadium sind unbehandelt lebensbedrohliche Schäden an Gehirn und Nerven, Blutgefäßen und Skelett möglich.

HPV (Humane Papilloma-Viren)

Es gibt mehr als 100 Untergruppen der HPV. Einige davon verursachen Warzen an Penis, Scheide oder After („Feigwarzen“), andere, sogenannte Hochrisiko-HPV können Krebserkrankungen auslösen (Gebärmutterhalskrebs, Penis- oder Analkarzinom). Eine Impfung kann vor einer Infektion mit einigen HPV-Untergruppen schützen!

Hepatitis

Grippeähnliche Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, gelegentlich Gelbverfärbung der Haut und der Bindehaut im Auge („Gelbsucht“), leichtes Fieber. Häufig aber auch keine Anzeichen für eine Infektion! Als Spätfolge einer Hepatitis sind schwere Leberschäden möglich. Gegen Hepatitis A und B gibt es eine Schutzimpfung.

Herpes

Brennende, schmerzhafte Bläschen mit wässrigem Inhalt, meist kündigen sie sich zuvor durch Jucken oder Kribbeln an. Abhängig vom Virus, das die Erkrankung auslöst, gibt es zwei Formen: Lippenherpes mit Bläschen vor allem am Mund, Genitalherpes mit Bläschen an Scheide, Penis oder After. Die Bläschen heilen wieder ab, die Herpes-Viren jedoch bleiben lebenslang im Körper und können immer wieder einen neuen Schub hervorrufen.

Trichomonaden

Bei Frauen grau-gelblicher, schaumiger und übelriechender Ausfluss sowie Schwellung der Schamlippen, bei Männern oft nur geringer Ausfluss oder gar keine Beschwerden. Unbehandelt sind chronische Unterleibsentzündungen und vor allem bei Frauen Unfruchtbarkeit möglich.

Pilzerkrankungen (Candida-Infektion)

Starker Juckreiz. Bei Frauen weißlicher, bröckeliger Ausfluss, Schwellung und Rötung mit weißlichen Auflagerungen im Bereich der Schamlippen und der Scheide, bei Männern Rötung der Eichel mit kleinen Pünktchen

Krätze

Krätzmilben befallen bevorzugt Hautstellen mit dünner Hornschicht, wo sie sich in der obersten Hautschicht leben und dort vor allem nachts sehr starken Juckreiz hervorrufen. Neben der Haut zwischen den Fingern und der Achselgegend kann bei Erwachsenen auch der Genitalbereich betroffen sein.

Filzläuse

Filzläuse haften sich vor allem an die Schamhaare und verursachen einen starken Juckreiz. Sie sind leicht mit bloßem Auge zu erkennen.

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