Fremdgehen - Wie treu sind die Deutschen?

Fremdgehen: Wie treu sind die Deutschen?

Kann ich meinem Partner vertrauen, ist er treu? Diese Frage stellt sich fast jeder einmal, sei es nach vielen Ehejahren oder den ersten heißen Monaten. Die Frage nach dem Fremdgehen plagt Homo- wie Heterosexuelle gleichermaßen. Was dabei für jeden persönlich als „Fremdgehen“ zählt, ist unterschiedlich und reicht vom Pornokonsum über den Fremd-Kuss bis zur heißen Affäre, so Statista.

Gehen Männer häufiger fremd?

Für die meisten von uns ist Treue enorm wichtig. Dennoch gehen viele Menschen fremd: Repräsentativen Studien zufolge tut das in Deutschland ungefähr jeder vierte Mann und etwa jede siebte Frau. Erstaunlich: Die meisten “Fremdgeher” lieben ihren Partner. Was sind also die Gründe?

Motive fürs Fremdgehen

Einige Menschen, die Sex außerhalb der Beziehung suchen, sind unzufrieden mit ihrem Liebesleben. Es gibt aber auch “Fremdgeher”, die der Hunger nach Abwechslung treibt.

Den ersten Fall bestätigen die Untersuchungen von Psychologe Dr. Ragnar Beer und seinem Team. Der Hauptgrund für einen Seitensprung ist, so kann man unter www.theratalk.de nachlesen, oft eine Flaute im Bett. Demnach berichteten mehr Frauen als Männer, über kurz oder lang mit dem Sex in der Partnerschaft unzufrieden zu sein. Bei den Frauen waren es mehr als vier von fünf der Befragten (84 Prozent) und bei den Männern drei von vier (76 Prozent). Ab dem fünften Beziehungsjahr ist Unzufriedenheit mit dem Sex in der Partnerschaft beinahe die Regel! Statt aber darüber zu reden, wenden sich viele nach außen. Und gehen fremd.

Doch auch die Lust am Neuen ist ein starker Anreiz, vor allem für Männer. Sie erliegen der sexuellen Anziehung einer anderen Frau. Der Reiz des Neuen spielt dabei natürlich auch eine Rolle. Nur jeder vierte “Fremdgeher” betrügt die Partnerin, weil er sich sexuell unbefriedigt fühlt.

Bei den Frauen sieht es ein wenig anders aus: Sie gehen vor allem dann fremd, wenn sie in der Beziehung unglücklich sind oder sich von ihrem Partner vernachlässigt fühlen.

Sex als Sucht: die innere Leere nicht fühlen

Zuweilen ist Untreue vom Partner aber auch abgekoppelt, so Bestsellerautorin Margaret Paul in ihrem Blog: „Untreue hat oft denselben Grund wie Alkohol- und Drogenmissbrauch, wie Essstörungen, Spielsucht oder Kaufsucht: innere Leere. (…) Dann nimmt die Affäre die Stelle eines Suchtmittels ein: Eine andere Person wird benutzt, um diese innere Leere zu füllen und die Einsamkeit zu mindern.“

Gelegenheit macht Liebe

Wo lernen die meisten Menschen ihren One-Night-Stand oder ihre Affäre eigentlich kennen? Die Antwort ist naheliegend und simpel: im Freundeskreis. Man kennt sich, man mag sich – da entsteht schnell mal mehr. Ein Viertel verguckt sich am Arbeitsplatz, fast ebenso viele flirten abends beim Weggehen. Auf Platz vier folgt das Internet, weiß FirstAffair.de. Natürlich verleitet auch der Urlaub mit Freunden zum Fremdgehen. Partner und Alltag sind weit weg, die Wahrscheinlichkeit aufzufliegen ist eher gering.

Vorsicht, ungeschützter Sex!

Wer mit unterschiedlichen Partnern Sex hat, schützt sich vor HIV und sexuell übertragbaren Infektionen (STI) am besten mit einem Kondom. Und die meisten tun das glücklicherweise auch. Doch immerhin 2,5 Prozent aller untreuen Partner lebt sexuelle Außenkontakte, ohne sich dort und innerhalb der Beziehung zu schützen, so eine im Ärzteblatt veröffentlichte Befragung. Was folgt, ist oft ein böses Erwachen.

Foto von Daniel Horacio Agostini via Flickr CC BY-NC-ND 2.0

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