Neben der HIV–Infektion gibt es weitere Erkrankungen, die durch intime Kontakte übertragen werden. Sie werden auch mit „STI“ abgekürzt. Das kommt vom englischen Begriff Sexually Transmitted Infections (= sexuell übertragbare Infektionen). Früher wurden sie Geschlechtskrankheiten genannt.

Einige dieser Erkrankungen verursachen typische Beschwerden. Sie können sich aber auch einfach wie eine Grippe oder eine Magen-Darm-Infektion äußern. In vielen Fällen verlaufen die Infektionen zunächst eine lange Zeit ohne Krankheitszeichen. Sehr häufig machen sie sich gar nicht bemerkbar. Das kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.

Ob sie sich nun bemerkbar machen oder nicht, nach einer Übertragung sind Erreger im Körper. Sie können auf den Partner oder die Partnerin weitergegeben werden. Tückisch dabei ist, dass man ohne Krankheitszeichen gar nicht weiß, dass man für den Partner oder die Partnerin ein Risiko darstellt.

Wenn eine solche Erkrankung nicht behandelt wird, sind Spätschäden möglich. Aber: Die meisten STI sind in der Regel leicht zu erkennen und gut zu behandeln!

Folgende Beschwerden können Anzeichen einer STI sein:

  • ungewöhnlicher Ausfluss aus Scheide, Penis oder After
  • Veränderungen an der Haut von Penis, Scheide oder After (Rötungen, Knötchen, Pickel, Warzen oder Geschwüre)
  • anhaltender Juckreiz im Genital- und/oder Analbereich
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Schmerzen beim Sex
Ein junges Pärchen im Laub liegend

Angesteckt?

Sehr viele Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit einer sexuell übertragbaren Krankheit an. Das ist nicht peinlich! Übertragbare Krankheiten werden nun mal da weiter gegeben, wo Menschen sich sehr nahe kommen.

Wer Symptome einer STI an sich bemerkt oder besorgt ist, sich angesteckt zu haben, sollte unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. So früh wie möglich. Dann kann die Infektion behandelt werden, bevor sie sich möglicherweise im Körper ausbreitet und Folgen entwickelt.
Viele Menschen sprechen nicht gerne über solche Beschwerden. Auch nicht mit einem Arzt oder einer Ärztin. Es ist einer der Gründe, warum STI unerkannt bleiben oder verschleppt werden.

Wird eine STI festgestellt, ist in der Regel die Untersuchung beider Partner ratsam. Damit wird verhindert, dass sich Paare immer wieder gegenseitig anstecken („Pingpong-Effekt“). Eine schnelle Behandlung ist wichtig.

Wenn bereits eine Infektion des Genital- oder Analbereichs vorliegt, steckt man sich leichter mit HIV oder einer weiteren STI an. Über geschädigte Schleimhaut können nämlich Viren und Bakterien besonders leicht in den Körper eindringen.

Schutz und Vorsorge

Jeder Mensch hat eigene Empfindungen, Wünsche und Bedürfnisse beim Sex. Sex kann sehr unterschiedlich gelebt werden. Schützen sollte man seine Gesundheit aber in jedem Fall. 

Die drei häufigsten Geschlechtskrankheiten

Chlamydien

Die Infektion mit Chlamydien ist die häufigste STI. Am häufigsten sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren betroffen. Grundsätzlich kann sich aber jeder, der ungeschützten Sex hat, anstecken.

HPV (Humane Papillomviren)

HPV-Infektionen sind sehr häufig und sehr ansteckend. Fast jeder sexuell aktive Mensch steckt sich im Laufe seines Lebens an.

Syphilis („Lues“)

Die Syphilis hat in den vergangenen zehn Jahren wieder erheblich zugenommen. In Deutschland sind neun von zehn Erkrankten männlich. Grundsätzlich kann sich aber jeder, der ungeschützten Sex hat, anstecken. 

STI & Geschlechtskrankheiten - Wie vermeide ich sie?

Safer Sex

Je nachdem, welche Sexpraktiken man bevorzugt, senkt die Verwendung von Kondomen oder Dental Dams das Risiko, sich anzustecken ganz erheblich!

Impfungen

Nicht gegen alles ist ein Kraut gewachsen aber Impfen hilft: Gegen HPV-Viren und gegen Hepatitis A und Hepatitis B gibt es Impfungen

Erkennen

Manchmal verbringen Krankheitserreger nach der Übertragung eine lange Zeit unbemerkt im Körper. Manchmal stellen sich auch gar keine Beschwerden ein. 

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