Schutz und Vorsorge

STI vorbeugen

Jeder Mensch hat eigene Empfindungen, Wünsche und Bedürfnisse beim Sex. Sex kann sehr unterschiedlich gelebt werden. Schützen sollte man seine Gesundheit aber in jedem Fall.

Treue und Vertrauen

Der allerbeste Schutz vor STI ist, wenn zwei gesunde Menschen in einer festen Partnerschaft ausschließlich miteinander intime Kontakte haben.
Der gemeinsame Test auf HIV und STI am Beginn einer Beziehung und das feste Versprechen, außerhalb der Beziehung nur Safer Sex zu praktizieren, also absolut kein Risiko einzugehen, geben Sicherheit vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Bei einem Partnerwechsel gibt ein erneuter Test auf HIV und STI Sicherheit. In einer Beziehung sollte man darüber reden. Vertrauen und Offenheit sind bei diesem sensiblen Thema wichtig.

Safer Sex

Je nachdem, welche Sexpraktiken man bevorzugt, senkt die Verwendung von Kondomen oder Dental Dams (Lecktücher) das Risiko, sich mit einer HIV–Infektion oder einer anderen sexuell übertragbare Erkrankung anzustecken ganz erheblich!
Es gibt auch Kondome für die Frau – das Femidom.

Das eigene Risiko senken, Safer Sex-Regeln einhalten.
Was ist Safer Sex?

  • Eindringen in Scheide oder Po immer mit Kondom (beim Analsex immer ausreichend vorbereiten und viel Gleitgel verwenden)
  • Sperma und Blut nicht in den Mund
  • Sofort zur Ärztin/ zum Arzt bei Anzeichen wie Jucken, Brennen oder Ausfluss

Wichtig zu wissen: Auch Safer Sex ist nicht absolut sicher. Kondome können zum Beispiel reißen oder abrutschen. Dieses Risiko lässt sich aber stark vermindern, wenn man genau weiß, was bei Kondomen zu beachten istund natürlich durch Üben. Safer Sex ist dann wirklich eine ziemlich sichere Sache.

Impfungen

Gegen HPV-Viren und gegen Hepatitis A und Hepatitis B gibt es Impfungen.

HPV (Humane Papillomviren) – Impfung

Die Impfung schützt am besten, wenn sie vor dem allerersten Sex abgeschlossen wurde. Hierzu sind zwei Impfdosen in 5 Monaten notwendig.
Für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren wird die Impfung empfohlen und von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Nicht-geimpfte Mädchen und Jungen sollten bis zum 17. Lebensjahr nachgeimpft werden. Die Impfung schützt vor Viren, von denen man weiß, dass sie Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs, Analkrebs oder Genitalwarzen verursachen können.

Hepatitis A – Impfung

Die Hepatitis-A-Viren werden über den Darm ausgeschieden und über den Mund wieder aufgenommen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Hepatitis A-Impfung für Personen mit Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko. Hierzu gehören Sexualpraktiken, bei denen Kotspuren über die Hände, die Zunge oder Sexspielzeuge in den Mund des Partners oder der Partnerin gelangen. Es reichen kleinste Mengen, die nicht einmal sichtbar sind.
Die Impfung erfolgt zweimal im Abstand von 6-12 Monate. Es gibt den Impfstoff auch in Kombination mit dem Hepatitis B-Impfstoff.

Hepatitis B – Impfung

Seit dem Jahr 1995 gilt in Deutschland die Empfehlung Säuglinge und Kleinkinder gegen Hepatitis B zu impfen. Das bedeutet aber nicht, dass alle seither in Deutschland Geborenen auch vollständig gegen Hepatitis B geimpft sind. Kinder und Jugendliche, die noch nicht gegen Hepatitis B geimpft sind, sollten das so bald wie möglich nachholen. Bis zum 18. Geburtstag übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten dafür. Das gilt auch für Personen mit einem besonderen Ansteckungsrisiko, wie Menschen in Gesundheitsberufen oder solche, die Sexualkontakte mit besonderem Risiko haben.
Es wird üblicherweise zweimal im Abstand von einem Monat geimpft und dann nach 6–12 Monaten mit einer weiteren Impfung aufgefrischt. Alle 10 Jahre sollte erneut eine Auffrischung erfolgen. Es gibt den Impfstoff auch in Kombination mit dem Hepatitis A-Impfstoff.

Infektionen frühzeitig erkennen… und behandeln

Manchmal verbringen Krankheitserreger nach der Übertragung eine lange Zeit unbemerkt im Körper. Manchmal stellen sich auch gar keine Beschwerden ein. Wer einen Krankheitserreger in sich trägt, aber völlig gesund erscheint, kann trotzdem seinen Partner/ seine Partnerin anstecken. Oft ist sogar gerade dann die Gefahr, eine Krankheit weiterzugeben, besonders groß, weil man sich in falscher Sicherheit wiegt.

Woher weiß ich, dass ich mich angesteckt habe, wenn ich keine Beschwerden habe?

Nur ein Test kann Klarheit bringen. Bei einem Verdacht oder wenn man nicht sicher ist, ob man sich vielleicht angesteckt hat, sollte man sofort zum Arzt oder zur Ärztin gehen, um sich testen zu lassen. Auch wenn keine Krankheitszeichen bestehen, können die Erreger mit Medikamenten erfolgreich behandelt werden.
Es sollte unbedingt so lange Safer Sex praktiziert werden, bis eine Kontrolluntersuchung bestätigt hat, dass die Infektion vollständig ausgeheilt ist.

Früherkennung

Test auf Chlamydien – für junge Frauen bis zum 25. Lebensjahr kostenlos!
Junge Frauen bis zum 25. Lebensjahr können sich bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt einmal im Jahr kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen. Die Kosten für diese Urinuntersuchung trägt die gesetzliche Krankenversicherung.

Test auf Gebärmutterhalskrebs – für Frauen ab dem Alter von 20 Jahren
Ab dem Alter von 20 Jahren haben Frauen einmal im Jahr Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs. Sie wird häufig kurz Krebsvorsorge genannt.
Mit dem PAP-Abstrich (auch Krebsabstrich genannt) kann diese Erkrankung sehr früh nachgewiesen werden. Die Kosten für die Untersuchung trägt die gesetzliche Krankenversicherung.
Gebärmutterhalskrebs wird in den meisten Fällen durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst. Eine Impfung kann vor einer Infektion mit dem Virus schützen.

Testen verschafft Gewissheit

Für den Nachweis einer STI werden Blut oder Urin oder ein Abstrich aus der Harnröhre, der Scheide, dem After oder dem Muttermund untersucht. Diese Tests sind nicht ungewöhnlich und nichts, wofür man sich schämen muss.

Für die verschiedenen Krankheitserreger werden unterschiedliche Tests angewendet. Nach wenigen Tagen ist ein Ergebnis aus dem Labor da.
Alle Gesundheitsämter bieten den Test auf HIV anonym und kostenlos an. Manche sogar Tests auf weitere STI. Auch AIDS-Hilfen bieten Tests auf STI an. Dort muss man die Tests selbst bezahlen.

Man kann sich auch an einen Arzt oder eine Ärztin seines Vertrauens wenden, wenn man unsicher ist, ob man einen Risikokontakt hatte. Wenn ein Risikokontakt vorlag, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Tests.

Hätten Sie es gewusst?
Testen Sie Ihr Wissen über die Mythen zu Safer-Sex

Was ist ein Risikokontakt?

Ein Risikokontakt ist der intime Kontakt zwischen zwei Menschen, bei dem möglicherweise die Übertragung eines oder mehrerer STI-Krankheitserreger stattgefunden hat.

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