Seit fast 40 Jahren findet am 1. Dezember auf der ganzen Welt der Welt-AIDS-Tag statt. An diesem Tag stehen Solidarität, Aufklärung und Handeln im Kampf gegen HIV und Aids im Mittelpunkt.
Auf der Welt
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebten im Jahr 2024 weltweit schätzungsweise 40,8 Millionen Menschen mit HIV. Rund 630.000 Menschen starben an HIV-bedingten Ursachen, und etwa 1,3 Millionen Menschen infizierten sich neu mit HIV.
Im Jahr 2025 ruft die WHO dazu auf, den Welt-AIDS-Tag unter dem Motto „Overcoming disruption, transforming the AIDS response (Hürden überwinden, die AIDS-Bekämpfung transformieren)“ zu begehen. Damit wird zu globaler Kooperation sowie zu menschenrechtsbasierten Ansätzen aufgerufen, um AIDS bis 2030 zu beenden. Nach Jahrzehnten wichtiger Fortschritte in der HIV/AIDS-Bekämpfung weist die WHO darauf hin, dass weiterhin Entschlossenheit, Widerstandskraft und Innovation erforderlich sind.
HIV & AIDS bundesweit
Nach Berechnungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wird die Anzahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland für das Jahr 2024 auf 2.300 geschätzt und liegt damit etwa um 200 Neuinfektionen höher als 2023.
Zum Welt-AIDS-Tag wird die Kampagne „Gemeinsam. Gerade jetzt.“, die vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), der Deutschen AIDS-Stiftung und der Deutschen Aidshilfe entwickelt wurde, bundesweit durchgeführt.

Menschen im Mittelpunkt
Im Rahmen der Kampagne tragen Geschichten von Menschen mit HIV dazu bei, Solidarität, Zusammenarbeit und das Engagement gegen HIV/AIDS-Stigmatisierung zu stärken.
„Gemeinsam. Gerade jetzt.“ setzt sich gegen die Stigmatisierung von LGBTQ+-Personen, Sexarbeitenden und Drogengebrauchenden ein, da sie den Zugang zu HIV-Dienstleistungen erschwert.
Die Bundeskampagne unterstützt Netzwerke von Menschen mit HIV, Community-Organisationen und zivilgesellschaftliche Akteurinnen, damit sie sich weiterhin gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einsetzen können.
Die Lage in Bayern
Nach Schätzungen des RKI wird die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Bayern für das Jahr 2024 auf 290 geschätzt und liegt damit etwa um 15 Fälle über dem Niveau von 2023. 62% der Neuinfektionen erfolgten über den Übertragungsweg Männer, die Sex mit Männern haben, während etwa 22% auf heterosexuelle Übertragungen zurückzuführen sind.
Der präventive Aspekt
Der Anstieg der HIV-Neuinfektionen zeigt: Wir müssen dranbleiben. Laut Robert-Koch-Institut sind vor allem zielgruppenspezifische Testangebote und ein einfacher Zugang zu Therapie und Prävention entscheidend. In Bayern nimmt man dies ernst: Die Entstigmatisierung sowie die Förderung der HIV-Testung zählen zu den zentralen Maßnahmen, um HIV/AIDS wirksam vorzubeugen und Menschen zu schützen.
Um die Bereitschaft zur Testung zu erhöhen und zu vermeiden, dass Menschen erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung diagnostiziert werden, stehen in Bayern zahlreiche HIV-Aufklärungs- und Testmöglichkeiten in Einrichtungen des Gesundheitssystems zur Verfügung. Außerdem finden jährlich die „Bayerischen HIV-Testwochen“ statt – vom 2. bis 30. November. Unter dem Motto „Test jetzt!“ bieten psychosoziale AIDS-Beratungsstellen, Gesundheitsämter und AIDS-Hilfen während der Testwochen zusätzliche Optionen für anonyme, vertrauliche Tests mit kompetenter Beratung an. Bislang sind mehr als 70 Veranstaltungen für die Testwochen 2025 geplant.
Die bayerische Kampagne „Mit Sicherheit besser“ leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag für Prävention, Aufklärung und Gesundheit. Sie informiert über die heutige Realität mit HIV, hilft Vorurteile abzubauen und setzt ein starkes Zeichen gegen Stigma und Diskriminierung. Gleichzeitig stärkt sie die Rechte von Menschen mit HIV und ermutigt die Gesellschaft, Solidarität und Verständnis zu zeigen.
Der Welt-AIDS-Tag 2025 unter dem Motto „Gemeinsam. Gerade jetzt.“ ist ein dringender Aufruf sich nicht nur zu erinnern, sondern zu aktiv zu werden und zu bleiben.
Jetzt ist die Zeit, zusammenzuarbeiten. Gemeinsam für eine gesunde Zukunft.


