HPV (Humane Papillomviren)

HPV-Infektionen sind sehr häufig und sehr ansteckend.

Fast jeder sexuell aktive Mensch steckt sich im Laufe seines Lebens an.

Papilloma Virus (HPV) EM von Laboratory of Tumor Virus Biology (gemeinfrei)

Was ist HPV?

Die HPV-Infektion wird durch Viren übertragen, die Papillomviren. Es gibt viele Typen von Papillomviren. Bei den STI ist die Unterscheidung zwischen den Niedrig-Risiko-Typen und den Hoch-Risiko-Typen wichtig. Gegen die häufigsten Typen gibt es eine Impfung.
Die Niedrig-Risiko-Typen können Feigwarzen („Kondylome“) verursachen. Die Hoch-Risiko-Typen können nach mehreren Jahren Krebs auslösen.

Wie wird eine HPV-Infektion übertragen?

Die Weitergabe der Krankheit erfolgt von Mensch zu Mensch. Die HPV-Infektion wird fast ausschließlich durch ungeschützte Sexualkontakte übertragen, durch Vaginalsex, Analsex oder Oralsex.
Bei häufigem Partnerwechsel sind regelmäßige Untersuchungen wichtig. Am besten bevor Anzeichen da sind. Damit steigt die Chance im frühen Stadium behandelt zu werden. Außerdem schützt man seine(n) Partner/ Partnerin, denn wer von seiner Infektion weiß, kann sie nicht unbeabsichtigt weitergeben.

HPV und Feigwarzen

Papilloma von George Chernilevsky, Lämpel (gemeinfrei)

Welche Anzeichen machen Feigwarzen?

Feigwarzen sind kleine, flache Warzen an Scheide, Penis oder Anus. Sie stehen alleine oder in Gruppen. Sie machen in der Regel nur wenige Probleme. Besonders solange es nur wenige und einzeln stehende Warzen sind. Unangenehm kann es werden, wenn sie größer werden, auch beim Sex. Die Infektion breitet sich nicht im Körper aus.
Die Zeit zwischen Ansteckung und Anzeichen kann zwischen mehreren Tagen und einigen Jahren liegen.

Welchen Test gibt es?

Der Arzt/ die Ärztin schauen sich die Haut an den typischen Stellen genau an. Hautärzte, Gynäkologen (für Frauen und Mädchen) oder Urologen (für Männer und Jungen) kennen sich mit Feigwarzen gut aus. Einen Labortest gibt es nicht.

Wie werden Feigwarzen behandelt?

Die Warzen werden mit speziellen Cremes, Lotionen, Tinkturen oder Zäpfchen behandelt werden. Sie können wiederkommen. Manchmal sind sie hartnäckig. Dann kann der Facharzt/ die Fachärztin sie vereisen, mit Laser abtragen oder chirurgisch entfernen.
Der oder die Partner/ Partnerinnen sollten sich auf alle Fälle auch untersuchen und behandeln lassen.

Welche Spätfolgen können Feigwarzen machen?

Feigwarzen sind harmlos, aber störend. Eine Ausbreitung an andere Stellen des Körpers erfolgt nicht. In seltenen Fällen können sie stark wachsen. Deshalb wird eine Behandlung empfohlen.

Wie kann man sich vor Feigwarzen schützen?

Eine HPV-Impfung vor dem allerersten Sex schützt vor Feigwarzen. Für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren ist sie kostenlos. Die Impfung ist auch für Jungen geeignet.
Die Feigwarzen sind sehr ansteckend und sollten nicht mit den Fingern angefasst werden.

Treue ist auch hier der beste Schutz.

Wer seine Sexualpartner/ Sexualpartnerinnen wechselt sollte vorsorgen: Bei Vaginal-, Oral- oder Analsex, also bei allen Schleimhautkontakten, kann man sich anstecken. Deshalb schützt Safer Sex vor einer Übertragung von HPV.
Die Untersuchung und Behandlung des Partners / der Partnerin ist wichtig, damit man die Infektion nicht irgendwann vom eigenen Partner / von der eigenen Partnerin zurück bekommt („Ping-Pong-Effekt“).

HPV und Krebs

HPV causing cervical cancer von Manu5 (CC BY-SA 4.0)

Das Wichtigste in Kürze:

Welche Anzeichen machen Hoch-Risiko-HPV?

Die Viren heilen häufig von alleine aus. Im Frühstadium machen sie keine Beschwerden. Der Frauenarzt / die Frauenärztin kann bei der Vorsorgeuntersuchung (Früherkennung) Zellveränderungen feststellen, die auf eine Krebsvorstufe hinweisen. Diese Zellveränderungen können sich von alleine zurückbilden. Sie müssen aber gut kontrolliert werden, um bei Bedarf frühzeitig behandeln zu können.
Menschen, die Analsex haben, sollten sich auch am Anus regelmäßig von einem Arzt / einer Ärztin auf Zellveränderungen untersuchen lassen.

Welchen Test gibt es?

Einen Labortest gibt es nicht. Der Arzt / die Ärztin kann typische Veränderungen schon frühzeitig feststellen. Gynäkologen (für Frauen und Mädchen) oder Urologen (für Männer und Jungen) kennen sich damit gut aus.

Wie kann man Hoch-Risiko-HPV behandeln?

Zellveränderungen, die Vorstufen von Krebs sind und sich nicht von selbst zurück bilden, lassen sich gut behandeln. Eine Krebserkrankung kann verhindert werden, wenn Kontrolluntersuchungen zuverlässig stattfinden. Bei Verdacht kann der Arzt / die Ärztin die Zellveränderungen entfernen.

Der oder die Partner/ Partnerinnen sollten sich auf alle Fälle auch untersuchen und eventuell behandeln lassen.

Welche Spätfolgen können Infektionen mit Hoch-Risiko-Viren machen?

Zellveränderungen, die durch HPV verursacht sind, entwickeln sich meistens sehr langsam. Sie können bis zum Krebs fortschreiten, wenn Vorstufen nicht entdeckt und behandelt werden. Dann kann eine Operation notwendig werden. Je später ein Krebs entdeckt wird, umso größer ist unter Umständen die Operation und umso schwerwiegender die Folgeerscheinungen.

Wie kann man sich vor Krebs durch Hoch-Risiko-HPV schützen?

Treue ist auch hier der beste Schutz.

Wer seine Sexualpartner / Sexualpartnerinnen wechselt sollte vorsorgen: Bei Vaginal-, Oral- oder Analsex, also bei allen Schleimhautkontakten, kann man sich anstecken. Deshalb schützt Safer Sex vor einer Übertragung von HPV.
Eine HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs. Es bleibt aber ein Restrisiko. Die Impfung deckt nur die beiden häufigsten der krebsauslösenden HPV-Viren ab.
Deshalb sind trotz Impfung regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen notwendig. Durch Früherkennung dann kann eine Krebserkrankung verhindert werden.
Für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren ist sie kostenlos. Die Impfung ist auch für Jungen geeignet. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die HPV-Impfung bei Jungen und Männern nicht. Das sind etwa 500 Euro. Es lohnt sich aber dennoch, bei der Krankenkasse anzufragen.

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