Chlamydien

Die Infektion mit Chlamydien ist die häufigste STI.

Am häufigsten sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren betroffen. Grundsätzlich kann sich aber jeder, der ungeschützten Sex hat, anstecken.

Chlamydophila psittaci FA stain von CDC / Dr. Vester Lewis (gemeinfrei)


Was sind Chlamydien?

Chlamydien sind Bakterien. Sie sind weltweit verbreitet. Sie können mit Antibiotika behandelt werden.
Ihr lateinischer Name ist Chlamydia trachomatis. Weitere Untergruppen des Erregers können verschiedene Krankheitsbilder verursachen, meist betreffen sie die Schleimhäute im Augen-, Atemwegs- und Genitalbereich.

Wie erkennt man eine Ansteckung?

Die Infektion bleibt oft unbemerkt, weil häufig keine oder nur geringe Beschwerden auftreten. Frauen oder Mädchen haben seltener Symptome als Männer oder Jungen. Bis Anzeichen bemerkt werden, können eine bis 3 Wochen (manchmal bis zu 6 Wochen) vergehen.

bei Frauen und Mädchen:

Nicht einmal jede dritte Betroffene entwickelt Krankheitszeichen. Das bedeutet, die meisten Infizierten (60 – 80 %) verspüren keine Symptome. Viele tragen also den Erreger unbehandelt in sich, weil sie keinen Verdacht haben.

bei Männern und Jungen:

Weniger als die Hälfte der betroffenen Männer und Jungen entwickeln Anzeichen der Infektion. Das bedeutet, dass 50 – 70 % keine Symptome haben. Viele Tragen also den Erreger unbehandelt in sich, weil sie keinen Verdacht haben.

Verdacht besteht bei folgenden Beschwerden, wenn in den Wochen zuvor ungeschützter Sex stattgefunden hat.

  • Ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide
  • Juckreiz an der Scheide
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterleib
  • Unregelmäßige Blutungen
  • Schmerzen oder Blutungen beim Sex
  • Ausfluss oder Juckreiz am Anus

  • Weißlicher Ausfluss aus dem Penis, besonders morgens
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen am Hoden
  • Ausfluss oder Juckreiz am Anus

Unbehandelt können sich Infektionen mit Chlamydien in den umliegenden Organen ausbreiten und schwere Infektionen verursachen

Chlamydia Trachomatis Einschlusskörperchen von Marcus007 (gemeinfrei)

Wie werden Chlamydien übertragen?

Viele Menschen wissen von der eigenen Infektion nichts, weil Chlamydien häufig nur geringe Beschwerden verursachen. Die Erreger können so unbeabsichtigt weitergegeben werden.
Eine Übertragung erfolgt bei direktem Kontakt mit Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten von infizierten Personen, also bei ungeschütztem Sex (vaginal, oral oder anal). Auch über gemeinsam benutztes Sexspielzeug können die Bakterien weiter gegeben werden.
Ist eine Schwangere infiziert, kann das Neugeborene auf dem Weg durch den Geburtskanal angesteckt werden. Wegen des Risikos für die Gesundheit des Kindes, werden alle Schwangeren auf Chlamydien untersucht.

Welche Spätfolgen kann eine Infektion mit Chlamydien haben?

Unfruchtbarkeit, Eileiterschwangerschaft, Entzündungen im Unterleib. Eine Chlamydien–Infektion in jungen Jahren zeigt sich manchmal erst viele Jahre später, wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Auch wenn sich keine typischen Krankheitszeichen bemerkbar gemacht haben, kann die Infektion bei einer Frau durch Verklebung der Eileiter zu Unfruchtbarkeit führen. Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften können ihre Ursache in einer (lange) zurückliegenden Chlamydien–Infektion haben. Auch Unfruchtbarkeit beim Mann kann die Folge einer Entzündung durch Chlamydien in der Vergangenheit sein.

Welchen Test gibt es?

Je nach Beschwerden und sexuellen Praktiken wird ein Abstrich aus der Harnröhre, dem Muttermund oder dem Anus genommen. Der zuverlässige Nachweis einer Chlamydien–Infektion erfolgt frühestens 10 bis 14 Tage nach dem Risikokontakt.
Junge Frauen bis zum 25. Lebensjahr können sich bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt einmal im Jahr kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen. Für diese Früherkennung wird eine Urinprobe abgegeben. Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenversicherung. Weitere Informationen dazu gibt es auf liebesleben.de.


Wie werden Chlamydien behandelt?

Zur Behandlung gibt es sehr wirksame Antibiotika. Durch eine Behandlung mit Medikamenten kann die Infektion vollständig ausgeheilt werden. Dann kann sie auch nicht mehr an den Partner/ die Partnerin weitergegeben werden. Voraussetzung ist, dass das Medikament genau nach Anweisung des Arztes eingenommen wird. Es sollte unbedingt Safer Sex praktiziert werden, bis eine Kontrolluntersuchung bestätigt hat, dass die Infektion vollständig ausgeheilt ist.
Der oder die Partner/ Partnerinnen sollten sich auf alle Fälle auch untersuchen und bei Bedarf behandeln lassen.

Warum muss man behandelt werden, wenn man keine Anzeichen für die Erkrankung hat?
Wenn man die Bakterien in sich trägt, kann man sie auf einen Partner/ eine Partnerin übertragen, egal ob man Krankheitszeichen hat oder nicht.
Auch wenn die Bakterien geringe oder untypische Beschwerden verursachen, können sie sich im Körper ausbreiten und z. B. eine Entzündung der Eileiter oder der Gebärmutterhöhle verursachen.


Ist man nach einer überstandenen Chlamydien-Infektion für immer geschützt?

Nein, leider nicht. Man kann sich also immer wieder mit den Bakterien anstecken. Es können sich dann die gleichen Beschwerden und Folgen entwickeln. Eine Infektion erzeugt keine Immunität.


Wie kann man sich vor Chlamydien schützen?

Treue ist der beste Schutz.

Wer seine Sexualpartner/-partnerinnen wechselt, muss vorsorgen: Bei Vaginal-, Oral- oder Analsex, also bei allen Schleimhautkontakten, kann man sich anstecken. Deshalb schützt Safer Sex vor einer Infektion mit Chlamydien.
Regelmäßige Untersuchungen (sogenannte Screening-Untersuchungen) können schwere Krankheitsverläufe und Folgeschäden verhindern.
Wird eine Chlamydien-Infektion festgestellt, ist die Untersuchung und Behandlung des Partners / der Partnerin wichtig, damit man die Infektion nicht irgendwann vom eigenen Partner / von der eigene Partnerin zurück bekommt („Ping-Pong-Effekt“).

Werden die Kosten für die Früherkennung übernommen?

Junge Frauen bis zum 25. Geburtstag können sich bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt einmal im Jahr kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen. Die Kosten für diese Urinuntersuchung trägt die gesetzliche Krankenversicherung.


 

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