Schutz vor Hepatitis C? Mit Sicherheit besser!

Hepatitis C – Unerkannt, unbehandelt und gefährlich

Bei Hepatitis C handelt es sich um eine Viruserkrankung der Leber und anderer Organe. Die Krankheit kann von alleine ausheilen. Meistens tut sie das jedoch nicht, dann wird sie chronisch. Das ist besonders gefährlich, weil nach vielen Jahren eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entstehen kann. Das kann zum Versagen der Leber und zum Tod führen. Eine Hepatitis C kann heutzutage meistens gut behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Nach einer ausgeheilten Hepatitis-C-Infektion kann man sich immer wieder neu mit Hepatitis C anstecken. Es gibt keine Immunität.

Unbehandelte, akut oder chronisch kranke Infizierte können Kontaktpersonen anstecken.

Infektionszahlen Hepatitis C

Die Zahl der Menschen, die mit dem Hepatitis C Virus (HCV) infiziert sind, kann man nur schätzen. Das liegt daran, dass nur jede vierte Person Krankheitszeichen entwickelt und nur fünf von hundert infizierten Personen von ihrer Infektion wissen. In Deutschland leben ca. 250.000 Menschen mit dieser Viruserkrankung. Etwa jeder Fünfte mit chronischer Hepatitis C entwickelt nach 20 Jahren als Spätfolge eine Zirrhose mit zunehmendem Funktionsverlust der Leber.Die Sterberate bei chronischer Hepatitis C liegt bei Frauen bei 0,7 Sterbefällen und bei Männern bei 0,8 Sterbefällen je 100.000 Einwohner. Das Bundesgesundheitsministerium hat sich das Ziel gesetzt, Hepatitis C bis 2030 einzudämmen.

Übertragungswege Hepatitis C

Hepatitis C wird durch Kontakt mit Blut oder Blutspuren übertragen. HCV ist übrigens bei Blutkontakt zehn Mal infektiöser als HIV. Großem Infektionsrisiko sind zum Beispiel Drogengebrauchende ausgesetzt, wenn sie Spritzbesteck, Kanülen, Löffel oder Röhrchen zum Sniefen gemeinsam nutzen. Auch wenn bei Tätowierungen oder Piercings die gängigen Hygienestandards nicht beachtet werden, ist eine Übertragung möglich.

Relativ selten dagegen ist eine Übertragung bei sexuellem Kontakt, allerdings steigt das Infektionsrisiko, wenn Kontakt mit Blut erfolgt. Das ist zum Beispiel während der Menstruation der Fall. Auch bei harten sexuellen Praktiken, die ein hohes Verletzungspotential bergen, steigt die Gefahr. Besonders riskant sind hier ungeschützter Anal-Verkehr, Fisting oder BDSM. Aber auch durch sehr kleine, unbemerkte Schleimhautverletzungen kann eine Übertragung bei ungeschütztem Vaginal- oder Analsex erfolgen.

Unter der Geburt ist das Übertragungsrisiko von einer HCV infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes gering. Es beträgt etwa 5%. Ein Kaiserschnitt senkt das Risiko nicht.

Um sicher zu gehen, sollten scharfkantige Hygieneartikel wie Rasierklingen oder Zahnbürsten nicht gemeinsam mit Infizierten genutzt werden, da sich daran Blutreste befinden können.

Symptome bei Hepatitis C

Das Fatale an der Viruserkrankung ist, dass Betroffene mit einer Hepatitis C Infektion meistens keine oder über Jahrzehnte keine Symptome wahrnehmen. Sollten doch Symptome auftreten, werden diese oft nicht mit einer Hepatitis in Zusammenhang gebracht. Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, leichte Übelkeit, heller Stuhl aber auch grippeähnliche Symptome und Fieber können auftreten. Die von vielen mit Hepatitis in Zusammenhang gebrachte Gelbfärbung der Haut und der Augen (Ikterus) ist dagegen eher selten. Später können bei chronischer Hepatitis C auch Leberschäden. Leberkrebs oder eine Leberzirrhose entstehen.

Test auf Hepatitis C

Bei einem Verdacht auf Hepatitis C wird das Blut auf HCV-Antikörper getestet. Sie sind das Ergebnis der Reaktion des Immunsystems auf das Virus und sind etwa sechs bis neun Wochen nach der Infektion nachweisbar.

Liegt ein negatives Ergebnis vor, kann man davon ausgehen, dass man nicht mit Hepatitis C infiziert ist. Meistens sind dann keine weiteren Tests notwendig. Nur in wenigen Ausnahmen wird zusätzlich ein PCR-Test zum Virusnachweis erfolgen.

Behandlung von Hepatitis C

Die gute Nachricht ist, dass Hepatitis C heute in fast allen Fällen heilbar ist. Wirksamkeit und auch die Verträglichkeit der Therapie wurden durch neu zugelassene Medikamente stark verbessert. In den meisten Fällen dauert eine Therapie 12 Wochen, allerdings sind, je nach Medikament, Genotyp, Therapieansprechen und Krankengeschichte, auch Therapiezeiten über 8, 16 oder 24 Wochen möglich. Als geheilt gelten Patienten, wenn drei und sechs Monate nach dem Ende der Therapie keine HCV-Viren mehr im Blut nachweisbar sind. Geheilte Personen sind nicht mehr ansteckend.

Behandelt wird die Erkrankung mit einer Kombinationstherapie aus mindestens zwei oder mehr Wirkstoffen. Dazu wurden 2014 in der EU verschiedene neue Substanzen zugelassen, welche das Virus direkt in seiner Vermehrung behindern.

Um die richtige Therapie für den Patienten auszuwählen, müssen Patienten und Ärzte genau auf den Genotyp des Hepatitis-C-Virus schauen, da sich einige Substanzen nur bei bestimmten Genotypen des Hepatitis-C-Virus eignen. Die offiziellen deutschen Therapieleitlinien bei Hepatitis C werden auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) regelmäßig aktualisiert und können dort nachgelesen werden.

Schutz vor Hepatitis C

Drogengebrauchende, die intravenös spritzen oder Sniefen sollten unbedingt die Safer-Use Regeln einhalten:

Beim Drogengebrauch

  • Für jeden Druck (Injektion) die eigene, sterile Nadel und Spritze verwenden.
  • Immer nur den eigenen, sauberen Löffel benutzen. Viele Drogeneinrichtungen bieten „Stericups“ an, das sind sterile Aufkochpfännchen mit Filter.
  • Filter nur einmal benutzen. Empfehlenswert sind unbenutzte Zigarettenfilter.
  • Achtung: Filter schützen nicht vor Krankheitserregern!
  • Zum Aufkochen nur steriles Wasser, frisches kaltes Leitungswasser oder Mineralwasser ohne Kohlensäure verwenden.
  • Immer das eigene Feuerzeug benutzen

Beim Tätowieren oder Piercen

Auf die Qualität des Studios und die Erfahrung des Tätowierers achten. Es müssen unbedingt sterile Nadeln und desinfizierte Instrumente verwendet werden.

Beim Sex

Immer ein neues Kondom und neue Handschuhe für jeden neuen Sex- und Fistpartner sowie jede neue Körperöffnung verwenden. Für jeden Fistpartner einen eigenen Gleitmitteltopf. Sextoys nicht weiter geben ohne sie gründlich mit Wasser und Seife gereinigt zu haben.

Oder einfach merken: „Nichts teilen

Auf der Webseite der Initiative Pro Leber können Sie online und anonym einen Hepatitis C Risikocheck machen.

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https://www.youtube.com/watch?v=qcCHyLPYs9A

TV-Spot zur Kampagne “Bist Du Chris” (Externer Link zu YouTube)

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